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Kundgebung zum Antikriegstag Offenburg

Aufruf zu Kundgebung und Veranstaltung am Antikriegstag am 1. September 2026
Am 1. September 1939 überfiel Nazi-Deutschland Polen. Damit begann der Zweite Weltkrieg, der Millionen Menschen Tod, Leid und Vertreibung brachte. An diese Verbrechen und seine Folgen erinnert der Antikriegstag. Zugleich steht er in der Tradition der Arbeiter- und Friedensbewegung, die schon zuvor gegen Militarismus und Krieg eintrat – aus der Überzeugung, dass Kriege von den arbeitenden Menschen bezahlt werden, die unter ihnen leiden und ihr Leben verlieren. In dieser Tradition stellen wir uns heute Aufrüstung, Militarisierung und Krieg entgegen.
Die Bundesregierung macht genau das Gegenteil: Sie hat die Schuldenbremse für Aufrüstung aufgehoben. Sie will das Land und die Menschen „kriegstüchtig“ machen und die Rüstungsausgaben in den kommenden Jahren massiv erhöhen. Die schwindende wirtschaftliche Macht soll durch militärische Macht wieder hergestellt und gesichert werden. Weltweit sollen die Interessen der deutschen Kapitalisten und der Reichen durchgesetzt werden können, um die Reichen noch reicher zu machen.
Deutschland gibt gegenwärtig 2,12 Prozent für die Bundeswehr aus. Die angestrebten 5 Prozent würden einen Verteidigungsetat in Höhe von 225 Milliarden Euro bedeuten – fast die Hälfte des gesamten Bundeshaushaltes. Deutschland wäre damit die größte Militärmacht Europas und läge weltweit nur hinter den USA, Russland und China. Ganz im Sinne von Kanzler Merz.
Gleichzeitig behauptet die Bundesregierung, dass der Sozialstaat nicht mehr zu finanzieren wäre. Dreistelligen Milliardenbeträgen für die Aufrüstung stehen den größten Kürzungen seit Jahrzehnten beim Bürgergeld, in der Rente und Gesundheitsversorgung gegenüber. Es reicht!
Die Zeitenwende durchzieht alle Teile der Gesellschaft: Krankenhäuser, Schulen, Universitäten und die Infrastruktur werden auf die Bedarfe des Militärischen und auf den Kriegsfall ausgerichtet.
Das Wehrdienstgesetz ist ein erster Schritt zur Wiedereinführung der Wehrpflicht. Wir sagen Nein zur Wehrpflicht, Nein zu jeglichen Formen von Ersatz- oder Zwangsdiensten. Junge Menschen brauchen keine Einberufung zum Militär, sondern Investitionen in Bildung, bezahlbares Wohnen, sozial gerechten Klimaschutz, gute Gesundheitsversorgung und eine friedliche Zukunft.
Weltweit eskalieren Kriege und Gewalt. Wir treten für eine Politik ein, die zivile Konfliktlösung, internationale Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und die Stärkung der Vereinten Nationen in den Mittelpunkt stellt. Frieden entsteht nicht durch militärische Eskalation, sondern durch Diplomatie, Dialog und internationale Solidarität.
Von einem Rüstungswettlauf profitieren vor allem die Rüstungskonzerne und ihre Anteilseigner. Eine Welt, in der das Militär Priorität hat, ist eine Welt, in der die Bedürfnisse der Mehrheit der Menschen systematisch ignoriert werden. Abrüstung ist daher nicht nur eine Frage des Friedens, sondern auch eine Frage der Demokratie und der sozialen Gerechtigkeit.
Krieg darf kein Mittel der Politik sein.
Wir stellen uns gegen eine Militarisierung der Gesellschaft: Keine Wiedereinführung der Wehrpflicht, kein Werben fürs Sterben an Schulen, auf Bildungsmessen, an Universitäten oder per Briefsendungen. Zivilklauseln für Hochschulen ohne Militär wollen wir verteidigen und ausbauen.
Soziale Gerechtigkeit ist Bedingung für Frieden, Stabilität und Demokratie. Unsere Gesellschaft war noch nie so ungleich, die Reichen noch nie so reich. Geld ist also da!
Wir wollen statt in Aufrüstung in Schulen, Krankenhäuser, in sozial und ökologisch gerechten Umbau der Wirtschaft und in eine öffentliche Infrastruktur investieren.
Deshalb kommt zu unserer Kundgebung am 1. September um 17 Uhr vor dem Rathaus in Offenburg.
Danach, um 18:30 Uhr wollen wir mit euch im Linke Büro, Langestrasse 18 diskutieren, welche Auswirkungen die Militarisierung auf die deutsche Gesellschaft hat und was wir dagegen tun können.